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Phillip Maiwald, "Hooley" co-curated show at Gallery Kai Hoelzner

Phillip Maiwald, "Hooley" co-curated show at Gallery Kai Hoelzner

The task was to build the fragment of a blockhouse for an exhibition of the artist Phillip Maiwald

Pressrelease

HOOLEY

Vom 16. Februar bis 22. März zeigt die Galerie Kai Hoelzner Phillip Maiwalds Installation “Hooley”.
Die Titel der Installation bezieht sich auf Patrick Hooligan, der Ende des 19. Jahrhunderts in London als Randalierer und Anführer einer Jugendbande polizeilich aktenkundig wurde. Sein öffentliches Wüten war so auffällig, dass sein Name im Polizeijargon Londons zum Synonym für Schläger und Randalierer wurde.

Phillip Maiwald installiert mit “Hooley” einen Raum im Raum. Wie eine Taucherglocke schützen die massiven Stämme einer Blockhütte sowohl den Besucher gegen ein bedrohliches Innen, wie auch den Bewohner der Blockhütte gegen äußere Einflüsse. Klausur, Zivilisationsflucht oder ein Straftäter, der sich im Wald versteckt? - die Person jedenfalls kann durch ihre Kleidung erkennbar der Hooligan-Szene zugeordnet werden.

Phillip Maiwald lässt mit “Hooley” zwei Welten aufeinander prallen: Esoterik und Hooliganimus. Auf dem Regal über dem Tisch findet sich die mehrbändige Geheimlehre Helena Petrowna Blavatskys. Eines der schwarzen Bücher liegt aufgeschlagen auf dem Tisch, daneben ein Handy. Hooley hat seine Lektüre anscheinend nur kurz für ein Kamillendampfbad unterbrochen. Der reinigende Dampf des Tausensassa-Krauts befreit seine verstopfen Poren und Nebenhöhlen und wird für diejenigen, in deren Schädelinneren Hooley haust, zum Innendruck. Er lässt die Augen hervorquellen und den Adrenalinspiegel steigen, er bläht sie auf wie einen Kugelfisch, er führt zu Wahn und Tinnitus.

Während die Globalisierung den ökonomischen, sozialen, politischen und psychologischen Druck auf den Einzelnen kontinuierlich erhöht, wird der zwangsläufig entstehende innere Drang nach ausgleichender Gewalt juristisch, moralisch und sozial sanktioniert. Links wie rechts wird die dissidente Praxis von Gewalt mit dem Ausschluss vom Diskurs belegt. Wer Gewalt anwendet, diskreditiert sich nachhaltig selbst und verliert seine Glaubwürdigkeit: So zurückgedrängt in das Schädelinnere geistert Hooley durch Köpfe und Medien. Die oft von geheimer Sympathie geprägte Berichterstattung beschreibt ihn als Ur-Ahn einer hermetischen, auf Traditionen und Symbolen fußenden Gemeinschaft, die jenseits gesellschaftlicher Konventionen und Moralvorstellungen einen eigenen Verhaltenskodex etabliert hat.

Phillip Maiwald wurde 1973 in Braunschweig geboren, hat in Braunschweig bei Walter Dahn studiert und lebt ebendort. Von der Graffiti und über die Malerei kommend, arbeitet Maiwald seit einigen Jahren auch installativ in unterschiedlichen Medien, wobei seine Skulpturen und Environments stets eine Bezug zu seiner Malerei haben

"Parents and Friends", Exhibition at Gallery Kai Hoelzner, Berlin

"Parents and Friends", Exhibition at Gallery Kai Hoelzner, Berlin

"If you can't stand the heat get out of the kitchen", co-curated show at Gallery Kai Hoelzner, Berlin

"If you can't stand the heat get out of the kitchen", co-curated show at Gallery Kai Hoelzner, Berlin